„Ups, jetzt hab ich vergessen zu atmen…!“

Gerade bei Sport-Einsteigern, aber auch bei Klienten, die lange keinen Sport getrieben haben, höre ich diesen Satz oft. Hin und wieder kommt es dazu, dass in den ersten Trainings, in denen wir bei Bodycoach Basisbewegungs-Muster trainieren, die korrekte Atmung als etwas völlig Neues empfunden wird. Ich nenne diese Atmung gerne „Performance-Atmung“. Doch warum ist es so wichtig, korrekt zu atmen? Nun, die Atmung gewährleistet erst einmal die Zufuhr von Sauerstoff über die Luft als lebensnotwendiges menschliches Bedürfnis. Die richtige Atemtechnik kann aber noch viel mehr bewirken. Sie hat Einfluss auf unsere Gesundheit und Wohlbefinden und bestimmt individuell das Maß an Vitalität und Leistungsfähigkeit. Die Auswirkungen der Atmung sind körperlich wie seelisch spürbar. Die Versorgung der Körperzellen über die Blutbahn mit Nährstoffen und Sauerstoff bildet die Grundlage für alle Stoffwechselprozesse, ein stabiles Immunsystem und die Funktionalität von Organen und Muskeln. Je intensiver die Sauerstoffversorgung stattfindet, umso mehr Energie wird verfügbar. Außerdem wird dabei der Abtransport von Giftstoffen optimiert. Thema Säure-Basen-Haushalt, aber dieses Thema greife ich in einem anderen Beitrag auf.

 

 

Der Prozess der Atmung ist steuerbar

 

 

Der rund um die Uhr bei einem gesunden Menschen funktionierende Automatismus der Atmung sorgt beim Einatmen für die Aufnahme von Sauerstoff und beim Ausatmen für die Abgabe von Kohlendioxid. Zum Automatismus zählt ebenfalls die bedarfsgerechte Bemessung der Atmung bei veränderten körperlichen Anforderungen. Wachzustand und Tiefschlaf, entspanntes Liegen und Ausdauersport verändern die Atmung. Atemvolumen und Atemfrequenz können auch gezielt je nach Bedürfnis vorteilhaft verändert werden. Dazu ist die Kenntnis der inneren Abläufe des Atemvorgangs von Interesse. Außerdem will die optimale Dosierung gelernt sein.

 

 

Der Einfluss der Atmung auf den Schlaf und das Abnehmen

 

 

Vielfach reduziert falsches Atmen die ausreichende Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Eine Verbesserung der Atmung regt durch die stärkere Sauerstoffzufuhr vermehrt den Stoffwechsel an und führt dadurch zu einer intensiveren Verbrennung der Fettreserven. Kurzatmigkeit und Pressatmung, eine zu flache Atmung mit Anhebung des Brustkorbs sind weniger effektiv und können sich teilweise negativ auswirken, denn sie wird vom Menschen meist nur bei großer Erschöpfung, bei Atemnot und/oder Stress verwendet. Da der Körper in gewisser Weise aber noch im Steinzeit-Programm läuft, wertet er Terminstress, kurze Schlafphasen, zu viel Arbeit oder eben das oberflächliche Atmen in die Brust als Flucht vor Feinden oder eine Hungersnot. Er drosselt die Fettverbrennung! Eine Bauchatmung nutzt dagegen das volle Lungenpotenzial und sorgt für einen besseren Abtransport der Schadstoffe. Eine kontinuierliche Erhöhung der Fettverbrennung bewirkt nicht nur eine Veränderung des Spiegelbildes, sondern auch des Blutbildes.

 

 

Die Bedeutung der Atmung beim Sport

 

 

Körperliche Belastungen erhöhen den Sauerstoffbedarf von Organen und Muskeln. Die Atemfrequenz muss daher gemessen an der Intensität der Belastung deutlich erhöht werden. Bei allen sportlichen Betätigungen wandeln die betroffenen Muskeln durch Stoffwechselprozesse die vorhandenen Nährstoffe in Energie um. Reicht der Sauerstoff zur Abdeckung des Energiebedarfs nicht aus, entstehen Schlacken. Besteht dieses Defizit über einen längeren Zeitraum, kann es zu einem Leistungsabfall und zu Schmerzen oder Krämpfen kommen. Beim Ausdauertraining wie beim Krafttraining stellt die Atemtechnik einen wesentlichen Beitrag zu einem effizienten Ablauf dar. Richtiges Atmen verhindert beim Laufen außerdem ein mögliches Seitenstechen. Ein passender Rhythmus mit tiefem und gleichmäßigem Ein- und Ausatmen sollte möglichst locker und unverkrampft während der gesamten Laufstrecke aufrechterhalten werden. Dabei spielen auch Laufstil und Körperhaltung eine Rolle. Beim funktionellen Training ist Pressatmung bei hohen Belastungen zu vermeiden, da kurzfristig ein gefährlicher Druck auf Lunge, Gefäße und Herz erfolgt. Die Atmung darf hier nicht als Reflex stattfinden. Wenn wir in den Übungen die Körpermitte („Core“) fest anspannen, scheidet die tiefe Bauch-Atmung mangels „Platz“ aus. Was aber tun, wenn während der Übungen der Puls nach oben geht, der „Core“ aktiv ist, aber der Organismus nach viel Sauerstoff verlangt? Alles nicht so einfach! Oder doch?

 

 

Eine gezielte Anleitung eines erfahrenen Personal-Trainers sorgt für überzeugende Ergebnisse

 

 

Die Lösung ist die sog. „Performance-Atmung“. Sie will gelernt sein und ist Bestandteil unseres Grundlagen-Trainings. Das Verbundsystem des Körpers arbeitet nämlich umso funktionaler, je angepasster die Atmung dem jeweiligen Bedarf entspricht. Durch ein gezieltes Training der Atemmuskulatur kann außerdem vorzeitigen Ermüdungserscheinungen und Leistungs-beeinträchtigungen entgegengewirkt werden. Man fühlt sich nach dem Training zwar erschöpft, aber dennoch frischer und energiegeladener. Diesen Effekt dann in den Alltag zu transferieren, das ist unser Ziel bei Bodycoach. 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0